Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es bei der Hormontherapie?
Insgesamt gilt die Hormonbehandlung von Trans* Personen als sicher. Allgemeine Gesundheitsrisiken wie zum Beispiel Nikotinabhängigkeit (rauchen, vapen), hohes Körpergewicht oder zu wenig Bewegung können das persönliche Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
Die wichtigsten Nebenwirkungen bei Therapie mit können sein:
größeres Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen)
Belastung der Leber
Erhöhung des guten Cholesterins (HDL) und Senkung des schlechten Cholesterins (LDL). Das kann dein Risiko für Herzinfarkt und/oder Schlaganfall in der Zukunft senken
erhöhter Blutdruck
mögliche Bildung von Steinen in der Gallenblase
zunehmende Migräne - Kopfschmerzen
mehr Appetit und Gewichtszunahme sind möglich
Möglicher Anstieg des Hormons Prolaktin und/oder Bildung eines gutartigen Tumors im Kopf (an der Hypophyse)
Stimmungsschwankungen
Traurigkeit/Reizbarkeit
Ängste oder emotionale Überforderung (z.B.: durch körperliche oder soziale Veränderungen)
Müdigkeit/Antriebslosigkeit
veränderte Libido (oft weniger sexuelle Lust, manchmal aber auch mehr)
emotionale Empfindlichkeit
Depressionen oder Angststörung können stärker werden, wenn diese vorher schon da waren
Die wichtigsten Nebenwirkungen bei Therapie mit können sein:
größeres Risiko für Akne (häufig)
größeres Risiko für bestimmte gynäkologische Probleme wie zum Beispiel Vaginaltrockenheit und Schmerzen beim Sex
größere Anzahl roter Blutkörperchen (Polyglobulie). Das bedeutet, dass das Blut dicker wird und langsamer durch die Blutgefäße fließt. Deshalb können sich leichter Blutgerinnsel bilden. Das Risiko für Krankheiten wie Thrombose oder Herzinfarkt steigt. Außerdem hat der Organismus nicht mehr ausreichend Sauerstoff (Luft), was noch andere gesundheitliche Probleme verursachen kann.
Weniger gutes Cholesterin (HDL) und mehr schlechtes Cholesterin (LDL). Das kann das Risiko für einen Herzinfarkt und/oder Schlaganfall in der Zukunft erhöhen
Probleme bei der Konzentration
am Anfang längere Monatsblutung
Erhöhter Blutdruck
Belastung der Leber
größeres Risiko für die Entwicklung von Osteoporose (die Knochen werden dünner und brechen deshalb leichter)
stärkere Reizbarkeit oder Aggressivität
Stimmungsschwankungen oder emotionale Unruhe
innere Anspannung/Ungeduld
Schlafprobleme
depressive Phasen
körperliche Unruhe oder Hyperaktivität
Beide Therapien erhöhen langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aktuelle Studien zeigen aber, dass – anders als befürchtet – kein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen durch Hormonbehandlungen bei Trans*personen bestehen.
Manche Behandlungen, die den Körper verändern, können dazu führen, dass man später keine Kinder bekommen kann. Darum solltest du vorher darüber sprechen, ob du einen Kinderwunsch hast. Wenn ja, kannst du dich beraten lassen, welche Möglichkeiten es gibt, nach deiner Transition Kinder zu bekommen.
Damit die Behandlung sicher ist und man keine starken Nebenwirkungen bekommt, empfehlen Fachleute: Mit einer Hormonbehandlung sollte man erst anfangen, wenn alle Voruntersuchungen abgeschlossen sind. Außerdem sollte die Behandlung ärztlich begleitet werden.
