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STI & HIV

Humane Papillomviren (HPV)

Frage 68

Was ist HPV?

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren. "Human" bedeutet, dass es sich um Viren handelt, die nur bei Menschen vorkommen. HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Es gibt ungefähr 200 Arten von HPV. Die meisten Arten sind harmlos, einige Arten können Warzen an den Genitalien (Feigwarzen) verursachen, andere zu Krebs am Gebärmutterhals (Zervixkarzinom), an den Geschlechtsorganen, am Anus oder im Mund und Hals (Rachen oder Kehlkopf) führen. Meistens heilen Infektionen mit HPV folgenlos ab.

Frage 69

Wie wird HPV übertragen?

HPV wird meistens über direkten Kontakt mit infizierter Haut oder Schleimhaut übertragen. Schon kleine, oft unsichtbare Verletzungen reichen aus, damit das Virus in den Körper gelangt. Die Ansteckung passiert vor allem bei engen körperlichen oder sexuellen Kontakten: über den Mund, über die Genitalien, über den Anus. Auch intensives Küssen kann eine Ansteckung verursachen. Sehr selten kann das Virus auch über infizierte Gegenstände wie Handtücher übertragen werden.

Fast jeder sexuell aktive und ungeimpfte Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit HPV. Die meisten Menschen spüren nichts nach einer Infektion. Sie können aber die Viren über genitale Kontakte an andere weitergeben.

Frage 70

Wie schützt man sich vor HPV?

Gegen HPV schützt man sich am besten mit einer Impfung (die Krankenkassen übernehmen die Kosten bis zum 18. Geburtstag, manchmal auch länger) und regelmäßigen Untersuchungen bei der Frauenärztin.

Die Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und Warzen an den Genitalien um 90 %. Die Impfung reduziert außerdem das Risiko für Krebs im Kopf-Hals-Bereich, an der Penis und Anus.

Die Impfung wirkt am besten, wenn man noch keinen Kontakt mit HPV hatte. Darum wird die Impfung für Kinder und Jugendliche von 9 bis 14 Jahren empfohlen, vor dem ersten Sex. Jugendliche, die nicht geimpft wurden, können die Impfung noch bekommen, wenn sie zwischen 15 und 18 Jahre alt sind. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. In seltenen Fällen kann auch bei Erwachsenen eine Impfung sinnvoll sein. Das muss vorher mit der Ärztin/dem Arzt und der Krankenkasse geklärt werden.

Kondome und Lecktücher können das Risiko einer Übertragung reduzieren, bieten aber keinen vollständigen Schutz.

Frage 71

Welche Symptome gibt es bei einer HPV-Infektion? Wie kann man testen, ob man infiziert ist?

HPV-Infektionen können sehr unterschiedlich sein. Die Symptome hängen davon ab, welche Virusart du hast und welcher Körperbereich betroffen ist. Viele Menschen merken gar nichts, weil die Infektion oft keine Symptome macht und folgenlos abheilt.

Falls eine Infektion nicht folgenlos abheilt, kann die Zeit bis zu ersten Beschwerden unterschiedlich dauern: Bei Genitalwarzen dauert es oft mehrere Monate. Bei Krebs kann es mehrere Jahre dauern.

Ein mögliches Symptom sind Feigwarzen (Genitalwarzen):

  • Feigwarzen (Kondylome) sind Warzen, die im Genitalbereich oder am Anus vorkommen. Sie heißen auch Genitalwarzen. Oft haben sie die gleiche Farbe wie die Haut. Manchmal sind sie etwas dunkler. Hier findest du Bilder von Feigwarzen und weitere Informationen.

  • Feigwarzen erscheinen etwa 1–6 Monate nach der Ansteckung. Sie können jucken, brennen oder sich komisch anfühlen.

  • Wenn du denkst, dass du Feigwarzen hast, gehe auf jeden Fall in eine Arztpraxis für Gynäkologie, Urologie oder Haut- und Geschlechtskrankheiten. Dort werden sie gut erkannt.

Krebs oder Krebsvorstufen / Gebärmutterhalskrebs:

Bei HP-Viren, die Krebs auslösen können, gibt es zuerst keine Symptome. In den meisten Fällen heilt die Infektion innerhalb von einem Jahr von selbst. Manche Frauen oder andere Menschen mit einer bleiben länger infiziert (etwa 10 %). Dann können sich Zellveränderungen am Gebärmutterhals entwickeln. Selten (1–3 %) kann daraus Gebärmutterhalskrebs entstehen. Von der Infektion bis zu Krebs können über 10 Jahre vergehen.

Vorsorgeuntersuchungen

  • Zellveränderungen können nur durch Untersuchungen bei Ärzt:innen erkannt werden. Hierfür machen sie einen Abstrich vom Gebärmuttermund/Gebärmutterhals („Pap-Test“). Dabei untersuchen sie die Schleimhaut auf Zellveränderungen.

  • Frauen zwischen 20–34 Jahren bekommen einmal im Jahr einen Pap-Test von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Ab 35 Jahren übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Untersuchung nur alle 3 Jahre, zusammen mit einem HPV-Test. Der HPV-Test zeigt, ob gefährliche HP-Viren im Abstrich sind.

Mögliche Beschwerden bei Gebärmutterhalskrebs: Schmerzen beim Sex, Blutungen zwischen der regulären Menstruation oder beim Sex. Diese Beschwerden können aber auch andere Ursachen haben. Früherkennung ist sehr wichtig, damit Krebsvorstufen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.

Frage 72

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei HPV-Infektionen?

Es gibt keine Möglichkeit, die HPV-Viren aus dem Körper zu entfernen. Aber wenn du Beschwerden hast, können diese behandelt werden.

Feigwarzen / Genitalwarzen:

Feigwarzen verschwinden oft von allein. Es gibt Salben, mit denen man die befallenen Stellen eincremen kann. Hartnäckige Warzen, die nicht weggehen, kann ein Arzt oder eine Ärztin entfernen, z. B. mit Laser oder Vereisung. Da die Viren im Körper bleiben, können die Warzen wiederkommen.

Krebs, der durch HPV gekommen ist, wird durch Operationen, Bestrahlungen oder Chemotherapie bekämpft.

Wichtig: Früherkennung kann Krebs verhindern. Darum solltest du zu Vorsorgeuntersuchungen bei deiner Ärztin oder deinem Arzt gehen.