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STI & HIV

Genitalherpes

Frage 93

Was ist Genitalherpes? Sind Herpesbläschen eine STI?

Genitalherpes ist eine häufige sexuell übertragbare Infektion. Grund für die Infektion sind Herpes Simplex Viren (HSV). Davon gibt es zwei Typen: HSV-2 verursachen vor allem Genitalherpes, HSV-1 verursachen normalerweise eher Lippenherpes. HSV-1 können aber auch Genitalien infizieren, zum Beispiel durch Oralsex, wenn man gerade Lippenherpes hat. Viele Menschen bemerken eine Infektion nicht!

Frage 94

Welche Symptome gibt es bei Herpes?

Das Virus verursacht schmerzhafte Bläschen und wunde Stellen im Genitalbereich oder Analbereich. Häufige zusätzliche Symptome sind: Kribbeln, Jucken, Brennen, manchmal Fieber oder geschwollene Lymphknoten.

Nach der ersten Infektion bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann immer wieder reaktiviert werden, besonders bei Stress, geschwächtem Immunsystem oder hormonellen Schwankungen.

Frage 95

Wie werden Herpesviren übertragen?

Herpesviren können durch engen Kontakt übertragen werden, schon bei den ersten Symptomen wie Kribbeln oder Jucken. Übertragungswege sind zum Beispiel:

  • Küssen (HSV 1)

  • Niesen oder Husten (HSV 1)

  • die gemeinsame Benutzung von Gläsern oder Besteck (HSV 1)

  • Berühren des Herpes (HSV 1 und 2)

  • ungeschützten Sex (Analsex HSV 2 , Oralsex auch HSV 1)

  • gemeinsame Nutzung von

  • bei der Geburt möglich, aber selten

Frage 96

Wie kann ich mich vor Genitalherpes schützen?

Einen absoluten Schutz gibt es leider nicht – eine Kombination dieser Maßnahmen senkt das Risiko aber deutlich. Das kannst du tun:

  • Kondome benutzen: Kondome reduzieren das Risiko stark, schützen aber nicht zu 100 %, weil das Virus auch über Hautstellen übertragen wird, die nicht vom Kondom bedeckt sind (z. B. Leistenregion, Damm).

  • Kein Sex bei ersten Symptomen und sichtbaren Bläschen: Wenn du erste Symptome oder sogar schon Bläschen, Rötungen oder Wunden hast, ist das Ansteckungsrisiko extrem hoch. In dieser Zeit gilt: keine sexuellen Kontakte.

  • Antivirale Medikamente: Personen mit häufigen Ausbrüchen (Bläschen, Rötungen oder Wunden) oder Menschen in fester Partnerschaft mit nicht infizierten Partner:innen können durch Dauertherapien mit Aciclovir oder Valaciclovir das Risiko einer Übertragung stark senken.

  • Offene Kommunikation: Wissen beide Partner:innen Bescheid? Sprecht offen darüber, wenn ihr gerade Herpes habt und ob Medikamente präventiv eingesetzt werden sollen.

  • Oralsex bedenken: Lippenherpes (HSV-1) kann durch Oralsex zu Genitalherpes führen. Daher gilt: Bei aktivem Lippenherpes kein Oralsex.

  • Immunsystem stärken: Stress, Schlafmangel, Alkohol, Sonne oder hormonelle Schwankungen können sogenannte Reaktivierungen fördern, das Virus also wieder aktiv machen. Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko von Ausbrüchen – und damit auch die Ansteckungsgefahr.

Frage 97

Wie wird Genitalherpes behandelt?

Es gibt keine komplette Heilung. Wenn du das Virus hast, bleibt es immer im Körper und kann immer wieder reaktiviert werden.

(z. B. Aciclovir, Valaciclovir) können bei Ausbrüchen helfen, die Zeit mit Bläschen, Rötungen oder Wunden zu verkürzen und die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

Frage 98

Wie kann ich zwischen einem eingewachsenen Haar und einem Herpesbläschen unterscheiden?

Bei einem eingewachsenen Haar (auch Rasierpickel genannt) ist die Ursache meistens eine Rasur, Waxing oder enge Kleidung. Bei einer Rasur kann ein abgeschnittenes Haar wieder unter die Haut zurückwachsen und sich dort einrollen. Das führt zu einer kleinen . Meistens heilt das von allein ab oder öffnet sich wie ein Pickel.

Aussehen: Rötliche, einzelne Beule. In der Mitte ist manchmal ein kleines Haar oder ein Eiterpunkt sichtbar. Eher fest und schmerzhaft bei Druck. Es juckt eher nicht.

Bei Herpesbläschen ist die Ursache eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus.

Oft kündigt sich eine Infektion durch Kribbeln, Brennen oder Jucken an den betroffenen Stellen an, oft schon bevor etwas sichtbar ist. Aussehen: Es handelt sich meistens um mehrere kleine, gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund. Die Bläschen sind mit Flüssigkeit gefüllt. Wenn sie platzen, hinterlassen sie eine gelbliche Kruste. Die Stelle kann kribbeln, jucken oder brennen.

Weitere mögliche Symptome: Fieber, geschwollene Lymphknoten, allgemeines Krankheitsgefühl (besonders bei Erstinfektion).

Herpes heilt nach 1-3 Wochen ab, kommt aber wieder.

Fazit:

Ein Haarproblem kommt oft allein, ein Herpes kommt gern in Gruppen. Herpes brennt, piekst und juckt oft schon, bevor die Bläschen sichtbar werden – ein Haar nicht. Beim Herpes gibt es Flüssigkeitsbläschen, beim Haar gibt es Eiterpickel. Herpes ist hoch ansteckend, Rasierpickel sind überhaupt nicht ansteckend..