Wer wird in Deutschland auf STIs getestet und warum?
STI-Tests in Deutschland sind freiwillig. Sie werden aber folgenden Personengruppen geraten und die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für einen Test bei:
Schwangeren im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Damit lässt sich die Ansteckung und Schädigung des Kindes vermeiden. Außerdem können STI sich auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken, zum Beispiel verursachen.
Menschen mit Symptomen wie Brennen, Jucken, Ausfluss, Schmerzen im Genitalbereich
Menschen, deren Sexpartner:innen eine STI haben,
PrEP-Nutzer:innen, da die PrEP nur vor HIV, aber nicht vor anderen STI schützt
Sexuell aktive Frauen bis 26 Jahre können sich einmal im Jahr auf Chlamydien testen lassen. Grund: Die meisten Frauen mit einer Chlamydieninfektion spüren nichts davon. Unbehandelte Chlamydieninfektionen können der und der Eileiter verursachen und zu Unfruchtbarkeit führen.
Menschen über 35 Jahren (mit gesetzlicher Krankenversicherung) dürfen sich einmalig auf Hepatitis B und C testen lassen. Grund: Infektionen mit Hepatitis B und C verlaufen oft ohne Krankheitszeichen und werden daher ohne Test nicht erkannt. Eine unbehandelte chronische Hepatitis kann gravierende Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs nach sich ziehen.
Bei Frauen und anderen Personen mit ab 20 Jahren gehört die regelmäßige Untersuchung auf HPV zur gynäkologischen Früherkennung dazu.
FAZIT: In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für einen Test, wenn du Symptome hast oder wenn eine medizinische Begründung vorliegt. Wenn du nicht krankenversichert bist, findest du hier Antwort.
Ohne Symptome oder einen konkreten medizinischen Grund gilt ein Test meist als Vorsorge – und muss selbst bezahlt werden. Manche Ärzt:innen bieten die Tests dann als sogenannte („Individuelle Gesundheitsleistungen“) an. Das sind Angebote, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden und daher privat bezahlt werden müssen. Je nach Umfang kosten solche Tests etwa 50-200 €.
Das Problem: Manchmal informieren Ärzt:innen nicht darüber, dass die Krankenkasse die Kosten für Tests übernimmt, wenn Symptome oder ein anderer medizinischer Anlass vorliegen. Der Test wird einfach als Selbstzahler-Leistung angeboten – ohne zu prüfen, ob die Kasse eigentlich zahlen müsste.
Deshalb ist es wichtig, deine Rechte zu kennen. Wenn du Symptome hast oder Kontakt zu einer infizierten Person hattest, darf dir der Test nicht in Rechnung gestellt werden. Frag ruhig nach, zum Beispiel: „Wird der Test von meiner Krankenkasse übernommen?“ „Warum empfehlen Sie mir diesen Test – oder warum nicht?“
Eine Übersicht über kostenlose oder günstige Testangebote in Berlin, auch in verschiedenen Sprachen findest du hier.
