Wer bekommt die PrEP in Deutschland?
In Deutschland können Menschen ab 16 Jahren, die eine Krankenkasse und ein hohes HIV-Risiko haben, die PrEP verschrieben bekommen, wenn ihr HIV-Test negativ ist. Anspruch auf die PrEP haben nach den Kriterien der gesetzlichen Krankenkassen zum Beispiel:
Männer und Personen, die Analsex ohne Schutz haben
Menschen, deren Partner:innen HIV-positiv sind und keine Therapie haben
Menschen, deren Partner:innen wahrscheinlich HIV haben
Menschen, die Drogen spritzen und keine sterilen Spritzen benutzen
Hauptsächlich bekommen Männer die PrEP, die Analsex mit Männern haben. Das liegt daran, dass diese Gruppe ein hohes Risiko für HIV hat und viele Studien den Schutz durch PrEP belegen. Andere Gruppen wie zum Beispiel Frauen mit hohem Infektionsrisiko profitieren bisher noch nicht ausreichend von der PrEP. Eine Erklärung hierfür ist, dass es weniger Studien zur PrEP (und anderen Medikamenten) bei Frauen gibt. Zudem kennen viele Menschen die Möglichkeit der PrEP noch nicht.
Empfohlen wird, dass Frauen mit hohen HIV-Infektionsrisiko Informationen zur PrEP auch in der gynäkologischen Praxis oder in der Reisemedizin erhalten. Leider sehen viele Gynäkolog:innen ihre Aufgabe nicht im Bereich der Prävention und Testung von STI und HIV.
Dass es ein langsames Umdenken in Bezug auf mögliche Zielgruppen für die PrEP gibt, wird auch in den britischen Leitlinien deutlich, an denen sich zum Beispiel die Deutsche Aidshilfe in ihren Empfehlungen orientiert. Diese Leitlinien schließen alle Menschen ein, die von einer PrEP profitieren könnten – egal welche Praxis oder sie haben. Das ist aber leider noch nicht Standard in Deutschland.
Wenn du Fragen zu deinem Risiko oder zur PrEP/PEP hast, hast du ein Recht auf klare und respektvolle Antworten. Auch mit Migrationsgeschichte oder ohne Krankenversicherung können PrEP bekommen.
Tipps und Unterstützung:
safersexberlin.com – Get Tested
queermed-deutschland.de – -kompetente Ärzt:innen
Ohne Krankenversicherung helfen zum Beispiel:
