Was ist Chemsex und welche Risiken gibt es dabei?
Chemsex bedeutet den bewussten Konsum bestimmter Drogen im sexuellen Kontext, meist über mehrere Stunden oder Tage. Ziel ist es, sexuelle Hemmungen abzubauen, Lust zu steigern und über länge Zeit Sex zu haben
Typische Chemsex-Drogen sind:
Methamphetamin („Crystal Meth“)
GHB/GBL („Liquid Ecstasy“)
Mephedron (4-MMC)
zum Teil auch Ketamin, Kokain oder MDMA
Chemsex ist vor allem in bestimmten Szenen verbreitet – insbesondere bei , bisexuellen oder Männern, die Sex mit Männern haben. Aber auch andere Gruppen konsumieren Drogen beim Sex.
Risiken beim Chemsex sind:
1. Gesundheitliche Risiken:
STIs und HIV: Der Sex ist länger und intensiver, oft mit wechselnden Partner:innen. Kondome und Lecktücher werden oft nur teilweise genutzt, vergessen oder gar nicht benutzt.
Infektionen durch Injektion („Slammen“): Es besteht ein höheres Übertragungsrisiko von HIV, Hepatitis B und C durch geteilte Spritzen oder unsaubere Materialien.
Gefahr durch falsche Dosierungen oder Beimischungen/unsaubere Drogen. Hier kannst du in Berlin Drogen anonym auf ihre Inhaltsstoffe überprüfen und dich beraten lassen. Du musst keine Angst vor rechtlichen Konsequenzen haben. Es dauert allerdings ein paar Tage, bis du das Ergebnis bekommst.
Verletzungen durch Schmerzunempfindlichkeit: Es besteht eine höhere Verletzungsgefahr im Anal- oder Genitalbereich, z. B. durch härteren oder längeren Sex. Verletzungen vergrößern das Risiko für STI. 2. Psychische und soziale Risiken:
Abhängigkeitspotenzial: Besonders bei GHB/GBL und Crystal Meth gibt es ein großes Risiko, abhängig zu werden.
Konsumdruck und Kontrollverlust: Sex ohne Drogen geht nicht mehr, unangenehme Erlebnisse werden ausgeblendet und ignoriert.
Angst, Depression, Psychosen: Besonders nach dem Konsum oder bei Mischkonsum
Vernachlässigung von Alltag, Arbeit, Beziehungen: Besonders durch häufigen Konsum und Abhängigkeit.
3. Rechtliche Risiken:
Besitz und Weitergabe der meisten Substanzen ist in Deutschland illegal und steht unter Strafe.
Konsum in Wohnungen oder Hotels kann strafrechtliche Folgen haben und zu einer Kündigung durch den Vermieter oder die Vermieterin führen.
Wichtig: Chemsex kann für manche lustvoll, kontrolliert und selbstbestimmt sein – aber für andere ist es mit der Zeit belastend oder problematisch. Wer Chemsex praktiziert, braucht eine sichere Gesundheitsversorgung (Zugang zum Gesundheitssystem, z.B. durch eine Krankenkasse), Beratung ohne Vorurteile und Schutz- und Safer-Use-Informationen.
Vorurteilsfreie Informationen und Hilfe findest du in Berlin zum Beispiel hier:
Schwulenberatung, Mann-O-meter e.V. , Fixpunkt, Checkpoint Berlin, sidekicks.berlin, vista
Bei sidekicks.berlin findest du eine gute Übersicht zu Anlaufstellen: Allerdings kannst du nicht nach Sprachen filtern
Familienplanung/Reproduktive Gesundheit __________________________________________________________________________________
