Müssen Trans*personen bei der Einnahme von PrEP und/oder PEP etwas beachten und gibt es Wechselwirkungen mit Hormonen?
Die PrEP und die PEP wirken bei Trans*personen genauso wie bei allen anderen. Die Einnahme und die Wirkung hängen davon ab, welche Art von Sex du hast und wie der Wirkstoff in verschiedenen Schleimhäuten aufgenommen wird. Mehr Informationen dazu findest du bei Frage 32.
Studien wie diese aus dem Jahr 2020 und aus dem Jahr 2024 zeigen, dass die PrEP die Wirkung deiner Hormontherapie nicht verringert. Und deine Hormone beeinflussen auch nicht die Schutzwirkung der PrEP. Das gilt auch für die PEP. Die Medikamente funktionieren gut nebeneinander. Wenn du noch andere Medikamente einnimmst, kann es sein, dass deine Ärztin regelmäßige Kontrollen empfiehlt – nicht wegen möglicher Risiken, sondern um sicherzustellen, dass alles gut auf deinen Körper abgestimmt ist.
Eine hilfreiche deutschsprachige Infoquelle ist der Flyer „HIV-PrEP für trans*, nicht-binäre und inter* Personen – Einnahmeschema praxisnah erklärt“ von Alexander Hahne und Dr. Martin Viehweger.
Obwohl PrEP und PEP auch bei Personen gut wirken, informieren manche Ärzt:innen in Deutschland nicht klar und respektvoll über HIV-Prävention. Auch das Praxispersonal ist oft nicht auf die Bedürfnisse von Personen vorbereitet. Wenn du zusätzlich geflüchtet bist, kein gutes Deutsch sprichst oder keine Krankenversicherung hast, kann es noch mehr Hürden geben. Aber du hast das Recht auf gute Informationen, respektvolle Behandlung und Prävention, die zu deinem Körper und Leben passen.
