Manche Frauen mussten in ihren Herkunftsländern eine Genitalverstümmelung erleiden: Hat das Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit?
Ja, eine Genitalverstümmelung (auch bekannt als weibliche Genitalbeschneidung oder Female Genital Mutilation and Cutting – FGM_C) kann viele starke Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit haben – auch auf die Sexualität.
Je nach Art und Ausmaß der Beschneidung können verschiedene Probleme bestehen:
Schmerzen beim Sex oder beim Einführen von Tampons oder bei ärztlichen Untersuchungen
Vermindertes sexuelles Empfinden, weil empfindliche Bereiche verletzt oder entfernt wurden
Angst, Scham oder traumatische Erinnerungen, die die Lust nehmen können
Probleme in Partnerschaften, wenn Sexualität belastet ist
Probleme bei Schwangerschaft und Geburt
Infektionen wie HIV oder Hepatitis
Wichtig ist: Du bist nicht alleine damit. Es gibt spezialisierte Ärztinnen, Beratungsstellen und Therapeutinnen, die sich mit dem Thema auskennen und dich ernst nehmen. Sie können medizinisch, psychologisch und auch juristisch helfen.
Genitalverstümmelung ist in Deutschland verboten und eine schwere Menschenrechtsverletzung. Auch wenn es bereits in der Kindheit passiert ist. Jede hat das Recht auf Unterstützung und Behandlung. Es gibt Möglichkeiten zur medizinischen Rekonstruktion und du kannst Hilfe bei der Behandlung von Beschwerden bekommen. Falls nötig, kann auch eine Sprachmittlung organisiert werden. Dazu kannst du dich auch anonym beraten lassen.
